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Vasilopita 2020

Im Foto (v.l.n.r.): Dimitrios Kelenis (Gitarre), Maria Dorou (Gesang), Spyridon Aslanidis und DimitrisPalaiogiannis (Klavier).

 

Die Deutsch-Griechische Gesellschaft (DGG) zu Lübeck feierte das Anschneiden des Neujahrskuchen („Κοπή της Βασιλόπιτας“) 2020 im Haus der Kulturen in Lübeck. Eine alte sympathische Tradition. Ein paar Tage davor wurde es auch in Hamburg und d Kiel von der jeweils dortigen DGG gefeiert.

 

Das hat im Kreis von ca. 50 Freundinnen und Freunden großen Spaß gemacht!
 Es gab  griechische Livemusik (Gesang, Gitarre, Klavier) von Volksliedern bis griechischen Klassikern zum traditionellen Gebäck. Die Gäste bedankten sich für den schönen Abend mit andauerndem Applaus bei dem jungen Musik-Trio „Ja Sou Ellas!“.

 

Achtung neue E-Mail Adresse

>dggzuluebeck(at)mail.de<

 

 

Liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder

 

Vor 201 Jahren, am 25. März 1821, ging es in Kalavryta (Peloponnes) um Freiheit oder Tod. 

Die Griechische Revolution (1821–1829), auch Griechischer Aufstand oder Griechischer Unabhängigkeitskrieg genannt, bezeichnet den Kampf der griechischen Bevölkerung gegen die Herrschaft der Osmanen und für eine unabhängige griechische Republik. Der 25. März 1821 markiert den Beginn der griechischen Revolution und ist Nationalfeiertag in Griechenland.

Alleine hätten die griechischen Frauen und Männer es nicht gegen die damalige Weltmacht geschafft. Die griechische Diaspora war bedeutend. Insbesondre die „Filiki Eteria“, sie wurde 1814 von den griechischen Kaufleuten Emmanuel Xanthos, Athanasios Tsakaloff und Nikolaos Skoufas in Odessa gegründet. Die „Filiki Eteria“ hat jahrelang strategisch den Aufstand geplant und koordiniert. Auch die Philhellenen in Europa und USA haben einen wichtigen Beitrag geleistet.

Und, nach sechs Jahren (1827) war die militärische Unterstützung von europäischen Kräften, welche die Seeeschlacht von Navarino am 20. Oktober 1827 vor der Südwestküste des Peloponnes gewannen, entscheidend.
Auch, dass französische, gut ausgerüstete Bodentruppen auf Peloponnes landeten und dort die Streitkraft des Sultans schlagen konnten. Mit dem Ereignis, dass Griechenland nach einem jahrelangen Aufstand seine Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erlangte. Der Bayerische Prinz Otto, wurde dann der erste König des modernen Griechenlands geworden.

 

Es ging um Selbstbestimmung in Freiheit

Was das bedeutet, erleben wir heute.

 

Ein postmoderner NS-Staat, basierend auf Staatsterror und Propaganda, ganz ähnlich wie die Nazis in Deutschland, will die Geschichte in Europa zurückdrehen, akzeptiert es nicht, dass Ukraine sich selbstbestimmen will.

Traurig, dass eine Führung im 21 Jhr. das eigene Volk und die Wahrheit fürchtet: wer den Angriffskrieg " Krieg" nennt, wird sofort von der Polizei verhaftet. Wer für den Frieden demonstrieren will, ebenfalls. Wenn Medien davon berichten, gib es bis 15 Jahren Haft, russische Haft.

 

Eine menschenverachtende Kriegsführung wütet in der Ukraine. Die Zerstörung von Städten wie Mariupol und Odessa erinnern uns an das Massaker der Bevölkerung von Chios (1822) und die Belagerung von Mesolongi (1822/3 und 1825/6).
Chios, „wohlhabend und hoch entwickelt damals“ wurde von ca. 45.000 Soldaten des Sultans verwüstet: ca. 25.000 Menschen wurden ermordet, ca. 45.000 wurden als Sklaven verkauft, 10-15.000 gelang die Flucht. Das schockierte damals Europa!
In Mesolongi überlebte ca. 10 % der Bevölkerung die Belagerung, d.h. ca. 90% der Bevölkerung starb. Ein Haufen Verteidiger wagte am Ende noch einen verzweifelten Exodus. In anderen Orten brachten sich Frauen um, um ihre Vergewaltigungen vorzukommen. 

 

Im Jahr 2022 hat Putins Blitzkrieg sein blaues Wundern erlebt. Das ukrainische Volk verteidigt sich heute heldenhaft! Ob man in Griechenland oder Deutschland es ähnlich machen würde? Das sollte jede Person mit sich selbst klären.

 

Ich finde, in der Not ist helfen gefragt.

Das kann jeder und jede tun, so wie sie bzw. er es meint. Es gibt verschiedene Wege.

Materielle Unterstützung ist sicher prioritär, aber auch immaterielle ist wichtig.

Das Forum, dessen wir Mitglied sind, hat das Manifest für die Ukraine vor zwei Wochen initiiert und seitdem gab es einen großen Zuspruch. In der Stadt gibt es eine große Hilfsbereitschaft:
Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck: Aktuelles (forum-hl.de)

 

Als Europa ließen wir leider vieles, zu vieles durchgehen. Völkerrechtsverletzung, menschenverachtende Militäraktionen, Kriegsverbrechen, Genozid,.. Für lange Zeit. Offensichtlich wollten wir eine Auseinandersetzung mit der harten Realität vermeiden.
Was ist uns wichtig?
Welche sind unsere Werte?
Griechinnen und Griechen vergessen auch nach 48 Jahren nicht, was auf Zypern passiert ist und, dass fremdes Militär als Besatzung immer noch stationiert ist, dass die Inseln geteilt ist, dass die Zusammensetzung der Bevölkerung dort durch Ansiedlungen verändert wurde.

 

Nicht die Menschen in Russland sind das Problem. Es darf keine „Hexenjagt“ gegen russischsprachigen Menschen stattfinden!  So wie nicht alle in Deutschland Nazis waren, so sind nicht alle in Russland Putins Anhänger.
Problematisch ist die, wie jede, menschenverachtende Führung.

 

Diese Tage wird Geschichte geschrieben und Tragödien finden statt.

Wie vor 201 Jahren.

 

Putin stellt uns jetzt das Vergrößerungsglas vor die Nase.

Weggucken können wir nicht mehr, Ukraine ist ein Teil uns.

 

Es geht um mehr als die Spritpreise an der Tankstelle:

 

Es geht um unser Leben, um unsere Zukunft.

 

Es geht um uns.

 

Spyridon Aslanidis

Vorstandsvorsitzender

der DGG zu Lübeck

 

 

Lübecker ManifestMärz 2022
#LübeckForUkraine

Unsere Haltung gegen den russischen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in der Ukraine

Wir sind zutiefst bestürzt über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und betroffen über
das Leid unddie Not der dort lebenden Menschen. Der russische Einmarsch istein brutaler
Angriff auf ein souveränes Land und eine klare Völkerrechtsverletzung. Wir verurteilen diesen
Krieg und die Verletzung der Unabhängigkeit der Ukraine hiermit aufs Schärfste. Unsere
Gedanken sind bei allen betroffenen Menschen, denen wir unsere Solidarität versichern
möchten. Unsere Gedanken sind in diesen schwierigen Zeiten bei allen Betroffenen, mit denen
wir auf ein schnelles Ende des Krieges und ein Leben in Frieden hoffen.

Aktuell sind viele Menschen auf der Flucht. Sie erfahren europaweit viel Solidarität und
unbürokratische, humanitäre Hilfe.Auch in Lübeck rollt eine Welle der Hilfsbereitschaft und
Unterstützung auf diversen Ebenen an. Doch es gibt auch besorgniserregende Entwicklungen
indergesellschaftlichenDiskussion,diesichaufStereotypeüberGeflüchteteaus
verschiedenen Regionen beziehen, dass „diese“ Geflüchtete ja zu „unserem“ Kulturkreis
gehörten und Ähnliches. Es darf keine Abstufung zwischen Geflüchteten unddem Leid der
Menschen oder eine Hierarchisierung geben, von Syrien bis zur Ukraine. Es gibt keine „guten“
oder „schlechten“ Geflüchtete, sondern einzig und allein Menschen in Not, die ein Recht auf
Schutz haben, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Bildungsstand oder Religion. Die aktuelle
Debatte dazu, die sich in scheinbarer Unterstützung äußert, verurteilen wir inhaltlich aufs
Schärfste. Es sind besorgniserregende Diskurse, die schon jetzt Rechtspopulisten in die Hände
spielen und unsere demokratische Grundwerte angreifen. Wir verurteilen die Aktivitäten all
jener, die sich nun als „Kümmerer“ der „richtigen“ und „westlichen“ Geflüchteten inszenieren,
sonst aber ihre rassistische Hetze gegen die Menschen auf der Flucht weitertreiben.Die
Würde des Menschenistunantastbar. Die freiheitliche-demokratische Grundlageund das
Prinzip der Humanität gilt für alle in Deutschland.

Wir lehnen in gleichem Maße eine Pauschalisierung der russischen Bevölkerung oder
Mitbürger:innen abnicht alle sind mit dem Krieg einverstanden, viele sindebenfallsOpfer
der tiefgreifenden Völkerrechtverletzung und der Verletzung von Menschenrechten. Unsere
Solidarität und Unterstützung bezieht sich insbesondere auch auf alle jene, die Widerstand
leisten und sich dadurch selbst in Gefahr bringen.

Lübeck heißt Schutzsuchende willkommen und die Unterzeichnenden werden sich im Rahmen
all ihrer Möglichkeiten für sie einsetzen. Der Zusammenhalt der Gesellschaft ist gerade in einer
solchen Krisensituation notwendig und im stetigen Fokus unserer Aktivitäten.

Unser Bekenntnis...

Wir stehen zum Völkerrechtund zumFrieden!

Wir stehen zur Gleichstellung aller Menschen!

Wir stehen zu den Menschenrechten!

Wir stehen zur Solidarität mit den Schwächeren!

Wir stehen zum Zusammenhalt der Gesellschaft!

Wir stehen zurfreiheitlich-demokratischenGrundordnung!

Wir stehen zu unsererhumanitären Verantwortung!

Lübeck istweltoffen!

Unterzeichner:innen:

Forum für Migrantinnen und Migranten in der Hansestadt Lübeck

Sprungtuch e.V.Verein für sozialpädagogische Projekte Lübeck

Haus der KulturenInterkulturelle Begegnungsstätte e.V.